Hatte der T. rex Federn?
Vom T. rex kennt man fossile Hautabdrücke von Hals, Hüfte und Schwanz. Sie zeigen Schuppen, keine Federn. Nur ist eben nicht die Haut vom ganzen Körper erhalten. Ob der T. rex an anderen Stellen Federn trug, weiß deshalb noch niemand sicher. Mehrere seiner Verwandten waren nachweislich gefiedert, etwa Yutyrannus. Das spricht für Federn, ersetzt aber keinen Fund beim T. rex selbst.
Was die Fossilien über die Haut verraten
Die Antwort steckt im Gestein, nicht in Hollywood. An Hals, Becken und Schwanz des T. rex sind feine Hautabdrücke erhalten geblieben. Sie zeigen lauter kleine, noppige Schuppen und keine Spur von Federn.
Die ganze Haut des Tieres hat man allerdings noch nicht gefunden, vom Rücken zum Beispiel fehlt sie. Die ehrliche Antwort lautet deshalb: Überall, wo wir die Haut kennen, saßen Schuppen. Ein wenig Flaum an anderen Stellen ist damit nicht ausgeschlossen. Belegt ist er aber auch nicht.
Warum viele ihn trotzdem flauschig zeichnen
Weil man bei vielen anderen Raubsauriern aus derselben großen Gruppe eindeutig Federn gefunden hat. Kleine Jäger auf zwei Beinen trugen oft ein flauschiges Kleid. Fliegen konnten sie damit nicht, aber sie froren weniger.
Viele dachten deshalb: Wenn die Verwandten Federn haben, hat der König der Dinosaurier sicher auch welche. Bei Vögeln geht diese Rechnung meistens auf. Beim T. rex sprechen die Fossilien bisher allerdings dagegen.
Yutyrannus: ein großer Verwandter mit Federn
In China grub man den Yutyrannus aus. Er war fast neun Meter lang und von Kopf bis Schwanz in langen, weichen Flaum gehüllt: ein furchterregender Räuber im Federkleid. Er ist aber nur ein entfernter Verwandter und nicht der T. rex selbst.
Der Yutyrannus lebte viele Millionen Jahre früher und wog deutlich weniger. Der T. rex kam später und brachte 8 Tonnen auf die Waage. Den Daunenmantel seines Vetters kann man ihm nicht einfach überziehen.
Der Velociraptor hatte wirklich Federn
Der Velociraptor auf unserer Karte misst zwei Meter und wiegt etwa 15 Kilo. An seinem Unterarmknochen entdeckte man kleine Höcker, an denen Federn festsaßen. Fliegen konnte er nicht. Vielleicht hielt ihn das Gefieder warm, vielleicht spielte es auch bei der Balz eine Rolle.
Wenn du ihn zeichnest, gehören Federn also dazu. Beim T. rex sieht es anders aus: Nachgewiesen sind Schuppen, alles andere über seine Haut ist offen.
Worauf du beim Zeichnen achten kannst
Schuppen sind beim T. rex an mehreren Körperstellen belegt. Welche Farbe er hatte und wie der Rest seines Körpers bedeckt war, wissen wir nicht sicher. Gibst du ihm Federn, dann schreib am besten dazu, dass es nur so gewesen sein könnte.
Beim Velociraptor gibt es direkte Hinweise auf Federn. Außerdem hatte er Zähne und an jedem Hinterfuß eine große Sichelkralle. Der Pteranodon gehört in eine andere Gruppe: Seine Flügel bestanden aus Flughaut.
Was Kinder fragen
- Hatte der T. rex Federn?
- Die erhaltenen Hautabdrücke zeigen Schuppen. Ob er an anderen Körperstellen Federn hatte, ist noch nicht geklärt.
- Warum sieht man ihn in manchen Büchern flauschig?
- Weil viele seiner kleineren Verwandten Federn trugen. Manche Zeichner haben das auf den T. rex übertragen, obwohl es dafür keine Belege gibt.
- Ist der Yutyrannus ein T. rex?
- Nein, nur ein Verwandter aus China. Er lebte früher, war kleiner und trug nachweislich ein Federkleid.
- Welche Dinosaurier hatten ganz sicher Federn?
- Viele kleine Raubsaurier, zum Beispiel der Velociraptor. Und natürlich alle Vögel, denn sie sind lebende Dinosaurier.
- Wozu brauchten Dinos Federn, wenn sie nicht flogen?
- Vor allem als Schutz gegen Kälte und um bei der Balz Eindruck zu machen. Fliegen konnten erst spätere Vorfahren der Vögel.
- Wie gut passt der T. rex aus „Jurassic Park“ zu den Fossilien?
- Seine Schuppenhaut passt zu den Hautabdrücken, die man bisher kennt. Wie der ganze Körper aussah, lässt sich daraus aber nicht ablesen.
Merk dir das
- Schreib es zu deinem Bild dazu: Schuppen sind durch Fossilien belegt, Federn an anderen Körperstellen sind bisher nur eine Vermutung.
- Verwechsle den T. rex nicht mit dem Yutyrannus: Der eine ist der König mit den Schuppen, der andere sein flauschiger Verwandter.
- Wer Federn malen will, die ganz sicher stimmen, nimmt einen Velociraptor oder einen Spatz. Beide sind gefiederte Dinosaurier.